Dresden. Der Sächsische Landtag wird in seiner Plenarsitzung am Mittwoch den Antrag “Frühkindliche Bildung in Sachsen ganzheitlich weiterentwickeln” (Drs 8/2640) der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN behandeln. Dieser fordert im Rahmen der Aktualisierung des sächsischen Bildungsplans zahlreiche Fortschritte in den Bereichen Fachkräfte, Inklusion und Demokratie.
Christin Melcher, Sprecherin für frühkindliche Bildung der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, erklärt dazu:
“Frühkindliche Bildung ist das Fundament, auf dem die Entwicklung unserer Kinder aufbaut. Die Überarbeitung des sächsischen Bildungsplans bietet uns die Chance, hier entscheidende Anpassungen vorzunehmen. Deshalb legen wir BÜNDNISGRÜNE ein umfassendes Maßnahmenpaket für eine moderne frühkindliche Bildung vor. So wollen wir die Weichen für eine gute Zukunft unserer Kleinsten stellen.”
Der Antrag der BÜNDNISGRÜNEN fordert unter anderem:
- gemeinsame Weiterbildungskonzepte für Kita-Fachkräfte und Grundschullehrkräfte,
- die Verankerung von Demokratieerziehung, Menschenrechten und Vielfalt im Bildungsplan,
- eine stärkere Kooperation zwischen Kindergarten, Schule und Hort für bessere Übergänge,
- die Intensivierung inklusiver Ansätze sowie
- die Förderung von Lebenskompetenzen bzw. die Stärkung von Selbstbildungsprozessen der Kinder.
“Eine gute frühkindliche Bildung braucht beste Rahmenbedingungen. Dazu gehört ein fachlich fundierter Bildungsplan, der auf neue Entwicklungen eingeht, die Fachpraxis verankert und alle verfügbaren Ressourcen nutzt. Wir BÜNDNISGRÜNE sehen es kritisch, dass durch die Diskussion um eine bessere ‘Schulfähigkeit’ unserer Kinder auch eine zunehmende Verschulung unserer Kitas zu erwarten ist. Dadurch könnte weniger auf individuelle Bedürfnisse und Voraussetzungen eingegangen werden, was wiederum gerade in den jüngsten Lebensjahren zentral für eine gute Entwicklung ist.”
Darüber hinaus thematisiert der Antrag auch den Plan von CDU und SPD, das vom Landtag einstimmig beschlossene Kita-Moratorium auf 2026 zu verschieben. Christin Melcher kritisiert diesen Vorschlag scharf:
“Die Verschiebung des Kita-Moratorium ist eine bewusste Missachtung des einstimmigen Parlamentsbeschlusses und ein fatales Signal an die Kitas und Eltern. Wir haben uns gemeinsam dafür ausgesprochen, die Betreuungssituation zu verbessern und die Fachkräfte auch bei sinkenden Kinderzahlen zu halten. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass hier die Qualitätssteigerung in den Kitas auf dem Altar der Sparpolitik geopfert wird, obwohl wir mit der Kreditmöglichkeit vom Bund andere Wege finden könnten.”



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