Dresden. Der Sächsische Landtag hat gestern Abend den Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN “Zukunftschancen stärken, sicheren Wohnraum für Auszubildende schaffen” (Drs 8/5595) beraten. Angesichts der anstehenden Teilschulnetzplanung fehlt es insbesondere im Bereich Wohnraum noch an den Voraussetzungen. Die BÜNDNISGRÜNE-Fraktion verlangt ein stärkeres Bemühen der Staatsregierung, Wohnraum für Auszubildende bereitzustellen. Der Antrag der BÜNDNISGRÜNEN Fraktion wurde am Mittwochabend zur weiteren Beratung in die Ausschüsse verwiesen.
Christin Melcher, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag,
“Auszubildende sind keine Pendel-Roboter, sondern junge Menschen mit einem Recht auf pädagogische Begleitung und einem sicheren Dach über dem Kopf, während der Zeit im Betrieb oder in der Berufschule. Die Staatsregierung hat allerdings ihr Versprechen gegenüber der Wirtschaft gebrochen, entsprechend der Berufschulnetzplanung für ausreichend Wohnraum für Auszubildende und deutliche Verbesserungen im ÖPNV zu sorgen. Noch dazu hat sie die Verantwortung für die Unterbringung und sozialpädagogische Betreuung minderjähriger Azubis auf Träger und Kommunen ohne tragfähige Refinanzierung abgewälzt. Das Ergebnis: Minderjährige Auszubildende sind zeitweise ohne pädagogische Betreuung selbstorganisiert und improvisiert untergebracht. Fachkräftesicherung fällt nicht vom Himmel, sie braucht politischen Willen. Wir wollen die Rahmenbedingungen im Freistaat verbessern und damit in die Zukunft investieren.”
“Eine attraktive Ausbildung entsteht durch ein funktionierendes Ökosystem aus Mobilität, Wohnraum und Betreuung. Mit unserem Antrag fordern wir ein Ende des Ressort-Tunnelblicks durch einen Azubi-Wohnen Koordinationstisch. Gemeinsam mit allen Beteiligten wollen wir die Bedarfe zusammenführen und die Ausbildung in Sachsen attraktiver machen. Zudem soll die Errichtung von Azubi-Wohnheimen erleichtert werden, denn hier gibt es großen Nachholbedarf. In den Städten wird es für junge Menschen immer schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Für Azubis aus dem ländlichen Raum sind hingegen Wohn- und Ausbildungsstelle oftmals zu weit voneinander entfernt. Hier braucht es Lösungen, um an verschiedenen Orten tätig zu sein und zwar mit gesicherter Betreuung!”
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