Dresden. Rechtsextreme, rassistische und antisemitische Vorfälle an Schulen nehmen deutlich zu. Das zeigt die Antwort der Staatsregierung auf eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Christin Melcher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag (Drs 8/5054). Für das Jahr 2025 wurden 245 entsprechende Vorfälle gemeldet – so viele wie nie zuvor. Auch die Sächsische Zeitung berichtet zum Thema.
Christin Melcher, bildungs- und jugendpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, sieht in der Zahl einen erschreckenden Trend bestätigt:
“Die Ausbreitung des Rechtsextremismus in den sächsischen Klassenzimmern sollte uns alle aufschrecken. Ein Anstieg von fast 60 Prozent der gemeldeten Vorfälle im Vergleich zum Vorjahr ist mehr als ein Warnzeichen. Hinter den 245 gemeldeten Vorfällen im Jahr 2025 stehen Ausgrenzungserfahrungen für Schülerinnen und Schüler oder Lehr- und Fachkräfte. Wir müssen diesem Klima der Angst und Intoleranz entschlossen entgegentreten. Dies gelingt nur, wenn wir unsere Schulen als Orte der demokratischen Bildung stärken.”
Christin Melcher betont zudem, bei aller Empörung über einen neuen Höchststand der Vorfälle, die Opfer dieser Taten nicht aus dem Blick zu verlieren: “Für von Rassismuss oder Antisemitismus Betroffene ist es entscheidend, ernst genommen und geschützt zu werden. Beratungsangebote müssen schnell erreichbar und im Schullaltag bekannt sein”, so Melcher.
Abschließend macht sie deutlich: “Schule ist nicht neutral. Dort wo verfassungsfeindliche Hetze und Symbole auftauchen, muss klar Position ergriffen werden. Das muss auch das Kultusministerium deutlich machen, um die Schullandschaft vor anti-demokratischen Einflüsse zu schützen.”
Die BÜNDNISGRÜNE-Fraktion fordert mit einem eingereichten Antrag im Sächsischen Landtag (Drs 8/5640) angesichts der aktuellen Situation:
- eine niedrigschwellige, auf Wunsch anonyme Melde- und Anlaufstelle für Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Fachkräfte
- klare, landesweit abgestimmte Handlungsketten, damit Schulen, Lehrkräfte und Schulsozialarbeit wissen, was bei Vorfällen zu tun ist,
- Informations- und Unterrichtsmaterialien zu Rechtsradikalisierung, digitaler Hassrede und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (GMF) sowiebedarfsorientierte Fort- und Weiterbildungsangebote für Lehrkräfte und Fachkräfte der Schulsozialarbeit,
- den Ausbau unabhängiger, niedrigschwelliger Beratungs- und Unterstützungsangebote für von rechtsextremer, rassistischer oder antisemitischer Gewalt betroffener Kinder und Jugendlichen sowie deren bessere Sichtbarkeit im schulischen Kontext,
- die konsequente Verankerung von Medien- und Demokratiebildung als festen Bestandteil des Schulalltags,
- sowie eine langfristige Finanzierung und Weiterentwicklung schulischer und außerschulischer Angebote in den Bereichen der Demokratiebildung, Prävention, Schulsozialarbeit, Jugendarbeit, Mobiler Beratung sowie Ausstiegs- und Distanzierungsarbeit.
Weitere Informationen:
Im Jahr 2024 wurden 155 Vorfälle registriert. Mit Stichtag 18. Dezember wurden für 2025 bereits 245 rechtsextremistische Vorfälle gemeldet.
>> Kleine Anfrage von Christin Melcher zum Thema “Rechtsextreme Vorfälle an Schulen” (Drs 8/5054)



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