Dresden. Der Ausschuss für Schule und Bildung des Sächsischen Landtages hat sich heute mit der Anerkennung von Dyskalkulie als Teilleistungsschwäche beschäftigt und dazu Sachverständige angehört.
Christin Melcher, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, betont:
“Dyskalkulie wird an unseren Schulen noch immer viel zu oft übersehen. Das hat schwerwiegende Folgen für die Betroffenen. Denn wird die Rechenschwierigkeit nicht früh genug erkannt, stehen der Bildungserfolg und das Selbstvertrauen auf dem Spiel. Menschen mit Teilleistungsschwächen müssen im Sinne der Chancengleichheit besser unterstützt werden. So fordert es auch die UN-Behindertenrechtskonvention in Artikel 24. Es ist weder wissenschaftlich noch therapeutisch begründbar, Dyskalkulie und Legasthenie beim Nachteilsausgleich unterschiedlich zu behandeln.”
Die BSW-Fraktion fordert in ihrem Antrag, dass mindestens eine Lehrkraft pro Schule in Fragen der Dyskalkulie fortgebildet wird. Dazu erklärt Melcher:
“Eine geschulte Lehrkraft pro Schule reicht nicht aus. Es braucht einen ganzheitlichen Blick auf diese Rechenschwierigkeiten, der über die reine Mathematikdidaktik hinausgeht. Alle Lehrkräfte, beginnend bei den MINT-Fächern, müssen befähigt werden, Dyskalkulie zu erkennen und professionell zu begleiten. Um den Umgang mit Dyskalkulie langfristig zu verbessern, wollen wir diese Kompetenz als festen Bestandteil der Lehrkräfteausbildung etablieren. Nur wenn Dyskalkulie zuverlässig erkannt und professionell begleitet wird, können wir gute Bildung für alle garantieren.”
Weitere Informationen:
Bereits im Oktober 2024 haben sich die BÜNDNISGRÜNEN-Abgeordneten Christin Melcher und Franziska Schubert mit dem Landeselternrat und der Petentin Elena Biryukova (Petition “Trotz Dyskalkulie/Rechenschwäche guten Abschluss in Sachsen erreichen”) getroffen und dabei ihre Unterstützung für mehr Sichtbarkeit zum Thema zugesichert.



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