Dresden. Die Sächsische Staatsregierung kann zu hitzebedingtem Unterrichtsausfall und dem Hitzeschutz an sächsischen Schulen keine Aussagen treffen. Das zeigen zwei Kleine Anfragen (Drs 8/3440 und Drs 8/3503) der BÜNDNISGRÜNEN-Abgeordneten Christin Melcher. Demnach liegen dem Kultusministerium keine Daten zum Thema Hitze vor.
Christin Melcher, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, besorgt diese Unwissenheit:
“Dem Kultusministerium scheint die Hitze in unseren Klassenzimmern egal zu sein. Denn es hat keine Ahnung, wie viele Unterrichtsstunden in Sachsen wegen Hitze ausfallen. Auch bei hitzebedingten Notfällen wie Hitzeschlägen oder Kreislaufzusammenbrüchen fehlt ihm der Überblick. Dabei geht es hier um die Gesundheit unserer Kinder. Es ist besorgniserregend, dass die Staatsregierung bei einem derart wichtigen Thema im Dunkeln tappt.”
“Hitzeschutz geht uns alle an, besonders auch unsere Kinder in Kitas und Schulen. Gerade in Zeiten des Klimawandels ist es wichtig, einen Umgang mit den zunehmenden Hitzetagen zu finden. Doch bisher hat der Freistaat keine klare Strategie für bessere Hitzeschutzmaßnahmen in Schulen und Kitas. Die Staatsregierung sieht die Verantwortung hierfür ausschließlich bei den Trägern. Auch in Sachen Hitzefrei fehlt es an einer klaren Orientierung, die Entscheidung liegt aktuell allein im Ermessen der Schulleitungen.”
Die BÜNDNISGRÜNEN fordern deshalb:
- ein landesweites Monitoring zu Hitze und Gesundheitsfolgen in Kitas und Schulen,
- verbindliche Vorgaben zu Stundenausfall oder Stundenverkürzung wegen Hitze,
- eine klare Strategie für mehr und bessere Hitzeschutzmaßnahmen in Kitas und Schulen mit gesicherter Finanzierung.
Melcher betont abschließend: “Wir brauchen zum Thema Hitze endlich verlässliche Daten und eine landesweit ausgerichtete Strategie. Denn ohne Zahlen bleiben wir blind für die Gefahren. Damit riskieren wir die Gesundheit und Bildungschancen unserer Kinder. Es darf keine Ausrede mehr sein, dass die Erfassung von Hitze-Folgen zu aufwendig sei. Es braucht jetzt ein verbindliches Monitoring zu Hitzeereignissen und Gesundheitsfolgen in Kitas und Schulen.”
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